Guzuu Blog

12.10.2009 | Interviews | Artikel von lyocell | 3

Der Montag mit den Gebrüdern Freitag

1993 haben die Gebrüder Freitag ihrem Bedürfnis nach einer strapazierbaren, wasserfesten und tragfähigen „Botentasche“ folgend, die Freitag-Tasche entworfen. Wie wir heute alle wissen ein grosser Wurf, welcher bis nach Amerika und Asien reichte. Doch wie beginnt ein solche Geschichte?

Ein Interview mit den Gebrüdern Freitag

War für euch nach der ersten Tasche sofort klar, dass ihr diese auch für den Verkauf herstellen wollt? Oder wie kam es dazu?
1993 suchten wir beide nach einer funktionellen, wasserdichten und robusten Tasche für unsere Entwürfe. Inspiriert vom bunten Schwerverkehr, der vor unserer damaligen Wohnung an der Zürcher Transitachse durchbrummte, entwickelten wir einen Messenger Bag aus alten LKW-Planen, gebrauchten Fahrradschläuchen und Autogurten. So entstanden in unserem Wohnzimmer der WG die ersten FREITAG Taschen – jede ein Unikat. Unbeabsichtigt lösten wir damit eine neue Welle in der Taschenwelt aus. Ursprünglich haben wir für unseren eigenen Bedarf eine Tasche hergestellt. Dann kamen die ersten Freunde und wollten auch eine solche Tasche und dann kamen die ersten Shops aus Zürich die die Taschen verkaufen wollten. Da wurde uns langsam klar, dass wir daraus ein Geschäft machen können. Heute wie damals entstehen FREITAG Taschen unmittelbar neben der gleichen Transitstrecke. Hier werden sie entworfen, zugeschnitten und verpackt. Über 40 Modelle haben wir in der Zwischenzeit entwickelt, weitere folgen.

Damals gab es Guzuu ja leider noch nicht. Über welche Kanäle habt ihr eure Taschen zu Beginn verkauft und wie habt ihr auf euch aufmerksam gemacht?
Ganz am Anfang verkauften wir die Taschen auf der Hardbrücke. Wir haben dort kleine Events veranstaltet und Freunde eingeladen. Mittlerweile haben wir einen Webshop über den wir die Produkte verkaufen, 5 eigene Stores und 350 Retail Stores weltweit die unsere Produkte vertreiben. Beworben haben wir unsere Produkte damals wie auch heute hauptsächlich über Mund zu Mund Propaganda. Also über zufriedene Kunden, die vom Produkt begeistert sind. Auch heute setzen wir keine klassischen Werbemassnahmen um und das Produkte steht nach wie vor ganz klar im Mittelpunkt. Zusätzlich bewerben wir die Produkte auf unserer Webseite (www.freitag.ch), setzen viel auf den Point of Sales, machen aktive Pressearbeit, arbeiten mit Opinion Leadern und veranstalten Events.

Was haltet ihr eigentlich von Guzuu?
Wir finden es toll, dass kreativen Leuten eine Plattform geboten wird um ihre Ideen/Produkte zu präsentieren. Jedes Produkte/ jede Marke hat einmal klein angefangen und weiss dass man jede Hilfe sehr gerne annimmt. Heute über die Möglichkeiten des Internets ist das viel besser geworden und das soll unbedingt genutzt werden.

Vor was oder wem sollten sich angehende DesignerInnen unbeding hüten?
Man sollte sich nicht entmutigen lassen auf seinem Weg. Es gibt immer Leute, denen ein Produkt nicht gefällt. Das soll die Kreativität und den Willen ein Geschäft daraus zu machen nicht schwächen.

... und was sollten sie unbedingt beherzigen?
Setzt euer Konzept konsequent um, nehmt euch die Zeit es kritisch zu hinterfragen und nehmt konstruktive Kritik an. So wird das Produkt immer besser und ihr könnt nur gewinnen.

Welcher Stellenwert kommt dem Logo und dem Namen zu?
Aus unserer Sicht ist das Produkt das A und O. Logo und Name sind aber in der Vermarktung sicherlich eine wichtige Komponente.

Wann habt ihr euch das letzte Mal an einer Nadel gestochen?

Markus Freitag: (Links auf dem Photo)
Neben der Funktion als Verwaltungsrat bin ich nach wie vor stark im Produkteentwicklungsprozess eingespannt. Mittlerweile haben wir aber zwei Personen, die die Prototypen nähen. Die Nadeln sind also nicht mehr jeden Tag in meiner Nähe.

Daniel Freitag: (Ergo rechts auf dem Photo)
Ich war von Anfang an eher für die grafische Umsetzung und die Kommunikation zuständig. Aber mein Bruder schaut, dass ich doch auch ab und zu gestochen werde.

Was assoziiert ihr spontan mit DIY (do it yourself)?
In unserer Kindheit wurde uns immer vorgelebt, dass man sich Dinge auch selber machen kann. Dinge die es nicht genau so gibt wie man sie möchte oder die es noch gar nicht gib. Das ist also recht stark in unseren Genen vertreten. Deshalb haben wir 1993 auch die Tasche aus LKW-Planen geschneidert, weil es einfach nichts gab was unseren Bedürfnissen entsprach.

Was ist das nächste grosse Ziel dass ihr mit „Freitag“ erreichen wollt?
Wir möchten, dass weiterhin so viele Leute Freude an unserem Produkt haben und das Konzept durch und durch verstehen.

Welche Frage hättet ihr gerne beantwortet, welche ich euch aber nicht gestellt habe? Und was wäre die Antwort auf die Frage?
Es hat uns keine Frage gefehlt.

Das F-Konzept



 

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28.03.2010 | guzuu.com/user/0 | 3
CFedup YplNha

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